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Zwischen digitaler Präsenz und neuen inhaltlichen Impulsen

Die 37. Beiratssitzung des VDG-Fachausschusses Geschichte zeigte, wie aktiv das Gremium weiterhin arbeitet. Neben der neuen digitalen Präsenz des Vereins standen vor allem zukünftige gießereihistorische Veröffentlichungen und die Planung der nächsten Exkursion im Mittelpunkt. Die Diskussionen machten deutlich, wie sich der Ausschuss zwischen Tradition und modernen Anforderungen positioniert.
Der Fachausschuss Geschichte kam am 30. Oktober 2025 zu seiner 37. Beiratssitzung zusammen. Die Sitzung fand erstmals in einem kombinierten Format statt – mit Präsenzteilnehmern in Düsseldorf und online zugeschalteten Mitgliedern. Insgesamt nahmen 15 Personen teil, was ein ungebrochenes Interesse an der Arbeit des Fachausschusses erkennen ließ.
Zu Beginn begrüßte Prof. Eigenfeld die Teilnehmer und leitete die Sitzung in Vertretung von Dr. Hansen, der bahnbedingt verspätet eintraf. Besonderen Dank richtete er an Prof. Dr.-Ing. Reinhard Döpp, der dem Fachausschuss über viele Jahre als Vorsitzender vorstand und weiterhin aktiv am Austausch teilnimmt.
Ein zentrales Thema der Sitzung war der Stand der digitalen Präsenz. Der Fachausschuss Geschichte ist inzwischen auf der neuen Homepage des VDG vertreten. Die Website befindet sich im sukzessiven Aufbau und soll künftig nicht nur über aktuelle Aktivitäten informieren, sondern auch gießereihistorische Beiträge bündeln, die von Mitgliedern des Ausschusses recherchiert oder eingeworben werden. Das modernisierte Design der Seite wird durch neue Funktionen wie einen Newsletter, den VDG-Podcast sowie einen geschützten Mitgliederbereich ergänzt, der demnächst freigeschaltet werden soll.
Breiten Raum nahm die Diskussion über zukünftige Veröffentlichungen zur Gießereigeschichte ein. Prof. Eigenfeld skizzierte zu Beginn die Überlegung, technische Vorgänge aus der Gießereiwelt allgemeinverständlich aufzubereiten und stärker in den Alltag der Öffentlichkeit einzubetten. Die Bandbreite reicht dabei von Produkten der Mobilität über Anwendungen in Energie und Maschinenbau bis hin zu Medizintechnik oder Haustechnik. Die Idee: Die Entwicklung von Gussprodukten und ihrer Verfahren anhand konkreter Beispiele nachvollziehbar zu machen und so die gesellschaftliche Bedeutung des Gießens sichtbarer zu kommunizieren.
Die ersten Rückmeldungen aus der Industrie fielen jedoch ernüchternd aus. Viele Gießereien gehören inzwischen internationalen Konzernen an, die eine Zusammenarbeit mit dem Fachausschuss derzeit nicht unterstützen. Die Runde nutzte diese Erfahrung für eine ausführliche Debatte über alternative Wege. Daraus entstand der Wunsch, die Themenbreite über klassische Gießereihistorie hinaus zu erweitern – hin zu angrenzenden Bereichen, die die Entstehung moderner Gussprodukte ebenso prägen. Genannt wurden unter anderem die historische Entwicklung von Produktdesign, die Einführung digitaler Konstruktionsmethoden in 3D, Fortschritte in der Simulations- und Berechnungstechnik sowie moderne Prüfmethoden wie die industrielle Computertomografie.
Parallel dazu wurde die Frage der Veröffentlichungsform angesprochen. Die Mitglieder bevorzugen kurze, kompakte Beiträge, die gut verständlich und auch mobil abrufbar sind. Die Texte sollen sowohl in den Rubriken „Fachartikel“ als auch „News“ Platz finden und bei Bedarf auf weiterführende Inhalte verlinken.
Im zweiten Teil der Sitzung rückten zukünftige Aktivitäten in den Mittelpunkt. Dabei knüpfte der Ausschuss an die Planungen aus der letzten Beiratssitzung an. Für die kommende Exkursion wurde erneut das zweitägige Format bestätigt: Anreise am Vormittag des ersten Tages, offizieller Beginn des Programms am frühen Nachmittag, gefolgt von einem gemeinsamen Abend zum persönlichen Austausch. Am zweiten Tag ist eine fachliche Besichtigung vorgesehen, entweder einer historischen Anlage oder einer Gießerei in der Umgebung. Die Veranstaltung endet traditionell gegen Mittag, sodass den Teilnehmenden noch Zeit für individuelle Termine bleibt.
Die Jahresplanung sieht vor, im Herbst 2026 eine neue Exkursion umzusetzen. Ziel soll die Sayner Hütte sein - ein bedeutendes Industriedenkmal mit eindrucksvoller Architektur und angegliedertem Museum. Durch ihre zentrale Lage und gute Erreichbarkeit eignet sich die Anlage besonders gut für ein Treffen der deutschlandweit verstreuten Beiratsmitglieder. Die detaillierte Ausarbeitung des Programms soll in der nächsten Beiratssitzung vorgestellt werden.
Die Diskussionen dieser 37. Sitzung machten deutlich, dass sich der Fachausschuss Geschichte sowohl seiner Tradition als auch seiner Zukunftsaufgaben bewusst ist. Mit dem Ausbau der digitalen Präsenz, der inhaltlichen Erweiterung historischer Themenfelder und der Wiederaufnahme von Exkursionen setzt der Ausschuss seine Arbeit fort - mit dem Ziel, die Geschichte des Gießens lebendig zu halten und gleichzeitig neue Perspektiven aufzuzeigen.

