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| Ein Jubiläum im Zeichen des Aufbruchs

Die TU Clausthal öffnete zur Langen Nacht der Wissenschaft ihre metallurgischen Werkstätten

Im Jubiläumsjahr 2025 der TU Clausthal zeigte die Lange Nacht der Wissenschaft eindrucksvoll, wie lebendig und zukunftsorientiert metallurgische Forschung im Harz betrieben wird. Offene Werkstätten, praktische Gießvorführungen und internationale Begegnungen machten sichtbar, warum die Universität seit 250 Jahren ein Motor technischer Entwicklung ist.

250 Jahre nach ihrer Gründung zeigt die Technische Universität Clausthal eindrucksvoll, dass Geschichte und Zukunft zusammengehören. Die Festwoche dieses Jubiläums machte sichtbar, wie sich eine montanhistorisch geprägte Lehrstätte zu einer international vernetzten Forschungsuniversität entwickelt hat.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies brachte es während des Festakts auf den Punkt: „Sie werden sich auch in den nächsten 50 Jahren keine Sorgen machen müssen, weil wir diese Universität brauchen, um an zentralen Fragen der Zukunft zu forschen. Die TU Clausthal hat ihren festen Platz in der Hochschullandschaft, nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in Deutschland und darüber hinaus.“

Dieser Gedanke prägte Stimmung und Programm der Jubiläumswoche. Rund um die Aula Academica mischten sich Besuchergruppen, Studierende, Alumni und Familien. Die Universität zeigte sich als Ort, an dem Tradition und Innovation eng verbunden sind.

 

Metallurgie im Zentrum einer zukunftsorientierten Hochschule

Direkt neben der Aula befindet sich das Institut für Metallurgie – ein Knotenpunkt für Werkstoff-, Rohstoff- und Prozessforschung. Dass Clausthal in dieser Disziplin eine besondere Rolle spielt, bestätigen auch führende Vertreter der Hochschule. Universitätspräsidentin Prof. Dr.-Ing. Sylvia Schattauer formulierte es so: „Sie hat es immer wieder verstanden, ihre Forschung an die aktuellen Herausforderungen anzupassen, aktuell passfähig zu den großen Fragen des 21. Jahrhunderts.“ Auch externe Stimmen unterstreichen diese besondere Fähigkeit. Der Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Jens Strackeljan, sagte zum Jubiläum: „Die TU ist ein Beispiel für gelingende Transformation.“ Für eine Hochschule, die sich seit 1775 stetig weiterentwickelt hat, sind diese Einschätzungen mehr als nur Lob – sie beschreiben Kontinuität im Wandel.

 

Metallurgie zum Anfassen

Zur Langen Nacht der Wissenschaft öffnete das Institut für Metallurgie seine Labore und Werkstätten. Besucher konnten eigene Handformen herstellen, mit Studierenden sprechen und beim Abgießen mit flüssigem Aluminium zusehen. Die Begeisterung besonders junger Teilnehmer zeigte, wie wichtig erlebbare Wissenschaft ist.

Ein prägnanter Satz, der während der Festwoche von vielen Hochschulangehörigen wiederholt wurde, bringt die besondere Atmosphäre in Clausthal auf den Punkt. Lena Sophie Wohlert, Doktorandin an der TU: „Hier gibt es kurze Wege, man kennt sich. Das Studium ist praxisnah und anspruchsvoll, man wird gefordert und gefördert.“ Damit wurde deutlich, warum Clausthal es immer wieder schafft, Nachwuchs anzuziehen – trotz der Lage abseits großer Ballungszentren.

 

Ein Campus, der internationale Vielfalt lebt

Dass Clausthal zu den internationalsten technischen Universitäten Deutschlands zählt, zeigte sich auch während der Veranstaltung. Studierende aus vielen Ländern präsentierten Projekte und erklärten ihre Arbeiten. Ein offizielles Statement der Universität fasst es treffend zusammen: „Im Harz sind junge Menschen aus mehr als 100 Ländern eingeschrieben.“ Die metallurgischen Laborführungen profitierten sichtbar von dieser Vielfalt – englische, deutsche und teils weitere Sprachen mischten sich zwischen den Arbeitsplätzen.

 

Abendlicher Höhepunkt – Eisenguss mit Magnesiumbehandlung

Als die Dämmerung einsetzte, versammelten sich die Gäste zur Vorführung im Eisenguss mit Magnesiumbehandlung. Der Moment, in dem das Magnesium in das flüssige Eisen eingebracht wurde, sorgte für ein beeindruckendes Lichtschauspiel. Viele Besucher sahen zum ersten Mal, wie Reaktionsenergie und metallurgische Präzision in diesem Verfahren zusammenwirken.

Alumnitag und Jubiläumsfeier: Clausthaler Verbundenheit

Parallel fand der Alumnitag statt, der bereits Wochen im Voraus ausgebucht war. Ehemalige Studierende nutzten die Gelegenheit, die Universität nach vielen Jahren wiederzusehen, Erfahrungen auszutauschen und die neuen Forschungsfelder kennenzulernen. Die besondere Nähe zwischen Lehrenden und Studierenden, die Clausthal auszeichnet, wurde in vielen Gesprächen bestätigt.

 

Metallurgie als Brücke zwischen Herkunft und Zukunft

Die TU Clausthal hat mit der Festwoche und der Langen Nacht der Wissenschaft gezeigt, wie sich eine traditionsreiche Hochschule auf die Zukunft ausrichtet. Das Institut für Metallurgie demonstrierte eindrucksvoll, warum metallurgische Forschung unverzichtbar bleibt – für neue Werkstoffe, für funktionierende Kreislaufprozesse und für industrielle Wertschöpfung in Europa.