Foto: BDG / Krüger

VDG ernennt Dr. Erwin Flender zum Ehrenmitglied

20 Mai, 2026
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VDG ernennt Dr. Erwin Flender zum Ehrenmitglied

20 Mai, 2026
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Der VDG trauert um Prof. Dr.-Ing. Reinhard Döpp

Die Gießerfamilie in Deutschland und Europa trauert um Prof. Dr.-Ing. Reinhard Döpp, der am 7. Juni 2026 im Alter von 92 Jahren verstorben ist.

Mit ihm verliert die Gießereibranche eine Persönlichkeit, die Wissenschaft, Industrie, Lehre und ehrenamtliches Engagement in außergewöhnlicher Weise miteinander verbunden hat. Über Jahrzehnte hinweg hat Reinhard Döpp die Entwicklung der Gießereitechnik geprägt, Generationen von Fachleuten begleitet und sich mit großer Leidenschaft für die Bewahrung der Geschichte des Gießereiwesens eingesetzt.

Nach seinem Studium der Gießereikunde an der RWTH Aachen begann er 1959 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Aachener Gießerei-Institut bei Prof. Dr.-Ing. Walter Patterson. Bereits in jungen Jahren wurde seine wissenschaftliche Arbeit mit dem Eugen-Piwowarsky-Preis des Vereins Deutscher Giessereifachleute e.V. (VDG) ausgezeichnet.

1964 wechselte Reinhard Döpp in die Industrie und wurde Gießereileiter sowie Mitinhaber der Firma Friedr. Ischebeck in Ennepetal. Dort verband er wissenschaftliche Erkenntnisse mit unternehmerischer Praxis und entwickelte sich zu einer angesehenen Persönlichkeit der deutschen Gießereiindustrie.

Von 1983 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002 lehrte und forschte Prof. Döpp an der Technischen Universität Clausthal am Institut für Eisenhüttenkunde und Gießereiwesen. Als Professor für Metallurgische Grundlagen der Gießereitechnik vermittelte er Generationen von Studierenden sein umfassendes Wissen und seine Begeisterung für den Werkstoff Guss. Seine Forschungsergebnisse fanden durch zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge im In- und Ausland große Beachtung.

Dem Verein Deutscher Giessereifachleute war Reinhard Döpp über viele Jahrzehnte eng verbunden. Sein Engagement in Landesgruppen und Fachausschüssen wurde bereits 1983 mit der Verleihung der Bernhard-Osann-Medaille gewürdigt. Besonders am Herzen lag ihm die Geschichte der Branche. Von 2009 bis 2021 leitete er den VDG-Fachausschuss Geschichte und blieb dem Gremium auch nach seinem Ausscheiden als Vorsitzender eng verbunden. Noch bis zuletzt verfolgte er die Arbeit des Ausschusses mit großem Interesse, brachte seine Erfahrungen ein und unterstützte den fachlichen Austausch.

Sein Blick richtete sich dabei stets über die reine Technik hinaus. Reinhard Döpp war überzeugt, dass Fortschritt nur dort verstanden werden kann, wo auch die Wurzeln einer Branche bewahrt werden. Dieses Verständnis prägte sein langjähriges Engagement für die Industriekultur. In seiner Heimatstadt Ennepetal gehörte er zu den Initiatoren des Förderkreises Industriekultur und war treibende Kraft hinter der Entstehung des Industrie-Museums Ennepetal. Mit großem persönlichem Einsatz sorgte er dafür, dass ein bedeutendes Stück regionaler Industriegeschichte erhalten blieb und für kommende Generationen zugänglich gemacht wurde. Noch im vergangenen Jahr wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Förderkreises ernannt.

Für seine Verdienste um das Gemeinwohl erhielt Prof. Döpp 2013 das Bundesverdienstkreuz. Im Jahr 2019 wurde ihm mit der Georg Agricola-Denkmünze die höchste Auszeichnung der Gesellschaft der Metallurgen und Bergleute verliehen.

Wer Prof. Döpp begegnete, erinnert sich nicht nur an sein herausragendes Fachwissen, sondern auch an seine offene, zugewandte und menschliche Art. Viele Fachkollegen, Weggefährten und ehemalige Studierende schätzten ihn als Mentor, Gesprächspartner und Freund. Sein Interesse an den Menschen war ebenso groß wie seine Leidenschaft für die Gießereitechnik.

Mit Prof. Dr.-Ing. Reinhard Döpp verliert die Gießereigemeinschaft einen Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Wissenschaft und Praxis sowie zwischen den Generationen.

Der Verein Deutscher Giessereifachleute e.V. (VDG) wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihm verbunden waren.